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roseInternationaler Frauentag –

100 Jahre Kampf für Frauenrechte -

Gleichberechtigung in der Praxis

 

Frauenstammtisch
des BDZ-OV Stralsund

von Birgit Schmelter


Am 22. März 2011 hatte die Gruppe der Frauen des OV Stralsund zum Frauenstammtisch eingeladen.

Leider konnten aufgrund der Erkältungswelle, von Familien- und Dienstpflichten nicht alle angemeldeten Kolleginnen das Treffen wahrnehmen. Bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein genossen die Kolleginnen der Sachgebiete Vollstreckung, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Allgemeine Verwaltung und der Abfertigungsstelle im „Ventspils“ an der Sundpromenade in Stralsund Kaffee und Kuchen.

 

Der Internationale Frauentag wurde in diesem Jahr zum 100sten Mal begangen.
Am 08. März  wird an den Kampf um Frieden, das Frauenwahlrecht und gegen Gewalt gegen Frauen erinnert. In Deutschland können Frauen seit 1908 Mitglied von Gewerkschaften und Parteien sein. Der Frauentag hat sich zum Tag der schwesterlichen Solidarität entwickelt und ist in 30 Ländern Feiertag. Die Vereinten Nationen erklärten 1975 den 08. März zum Internationalen Frauentag. Seit 1980 wird er auch im Europäischen Parlament gefeiert.

frauenstammtisch2011Für die Kolleginnen des BDZ-Ortsverbandes Stralsund ist er wie für viele ihrer Kolleginnen auch der Tag, an dem Vertreterinnen der Frauen- und Gleichstellungspolitik sichtbar machen, wie es um die tatsächliche Teilhabe von Frauen an Entscheidungspositionen, Finanzen, Einfluss, guten Arbeitsbedingungen, um ihren Zugang zu Bildung und Gesundheit bestellt ist.
Durch die Globalisierung, die Finanz- und Wirtschaftskrise, den rasanten Abbau des öffentlichen Dienstes und eine gesellschaftliche Monokultur in Entscheidungspositionen hat sich die Frage der Geschlechterdemokratie verschärft. Die große Herausforderung besteht heute im Erhalt von gleichstellungspolitischen Errungenschaften, aber auch der Einforderung einer wertschätzenden Darstellung von Frauen in den Medien.
Auch in unserer Verwaltung sind Frauen von der tatsächlichen Gleichstellung immer noch weit entfernt. Sie bekommen nichts geschenkt. Die Umsetzung des Bundesgleichstellungsgesetzes erfolgt nach wie vor nicht konsequent.  Frauen im nach geordneten Bereich sehen sich am stärksten mit Problemen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mit den Auswirkungen von Spar-/Zentralisierungsmaßnahmen, der zunehmenden Verlagerung von Arbeitsplätzen im Tagdienst aus der Fläche und strukturschwachen Bereichen sowie der Kosten- und Leistungsplanung konfrontiert.

In Anbetracht der großen Frustration, die die Beurteilungsrunde 2010 angesichts völlig unzulänglicher Beurteilungsrichtlinien ausgelöst hat, haben sich die Kolleginnen auch darüber ausgetauscht, wie sie bei unzutreffender Beurteilung zeitnah die Gründe darstellen und zumindest die Abänderung ihrer Beurteilung fordern können. Hiervon haben Kolleginnen bereits Gebrauch gemacht.
Frauen und Männer können sich zudem im Bereich des HZA Stralsund kaum auf höher bewertete Dienstposten und Stellen bewerben, weil die Bereitstellung von Stellen seit Jahren gehemmt wird.

Am 17. März 2011 tagte der Bezirkshauptvorstand des BV Nord, der unter anderem die von der Frauenvertretung eingebrachte Entschließung zur Verbesserung der Kinderbetreuung im nach geordneten Bereich des BMF, hier in der BFD Nord, annahm.

Am 21. März 2011 fand die 8. Frauenpolitische Fachtagung der dbb bundesfrauenvertretung zum Thema „Voller Einsatz für jede Rolle - Frauen und Männer im Ehrenamt“ statt. Aus Mecklenburg-Vorpommern waren drei Kolleginnen vertreten. Die Veranstaltung war wieder hochkarätig besetzt und auch die Bundesministerin Frau Dr. Schröder sowie der Vorsitzende des DBB Heesen richteten Grußworte an die Gewerkschafterinnen, Politikerinnen und Gleichstellungsbeauftragten. Es kam zu einem intensiven Erfahrungsaustausch. Deutlich wurden Parallelen zum Zugang zu Führungspositionen im öffentlichen Dienst. Kritisch betrachtet wurde durch die BDZ-Frauen, dass nicht immer vom unentgeltlichen Ehrenamt die Rede war und es Befürchtungen gibt, dass auch qualifizierte Arbeitsplätze durch Ehrenamt und Nebenjobs abgebaut werden könnten, wie z. B. im Bereich der Pflege.

Die Kolleginnen wünschen sich im Dienst einen wertschätzenden Umgang, eine Anerkennung ihrer Leistungen, weiterhin eine gute Information zur gewerkschaftlichen Arbeit, die Einbeziehung ihrer Positionen und zur Übernahme von Ehrenämtern eine direkte Ansprache.

Birgit Schmelter